Die 10 meistgestellten Fragen


Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Nach der Schulzeit wusste ich zunächst nicht, was ich werden sollte. Ich hab viele Jobs ausprobiert: Bauhelfer, Teepacker im Hafen, LKW-Fahrer, Liegewagenschaffner und Sportreporter, bevor ich schließlich Erzieher geworden bin. Eines Tages passierte in dem Jugendzentrum, in dem ich damals arbeitete, eine üble Geschichte. Ich habe sie aufgeschrieben - natürlich in veränderter Form, mit geänderten Namen etc. - und sie ein paar Verlagen angeboten. Zwei Jahre später erschien „Dann, wenn ich will“, mein erstes Jugendbuch.

Bald darauf kamen Anfragen von anderen Verlagen, ob ich nicht auch für sie ein Buch schreiben könnte. 1994 erschien mein erstes Fußballbuch, „Stefan steigt auf“, und ein Jahr später dann mit „Räuber und Gendarm“ auch der erste Krimi. Ich kündigte meinen Job in dem Jugendzentrum. Seitdem bin ich Schriftsteller.


Wie lange brauchen Sie für ein Buch?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt von mehreren Dingen ab. An einem guten Tag schreibe ich sieben, manchmal sogar acht Seiten, mit denen ich wirklich zufrieden bin. Doch gute Tage sind selten. Wenn ich zum Beispiel keine Lust habe zu arbeiten, dann fällt mir auch nichts ein. Oder nur Blödsinn. Auf alle Fälle komme ich mit der Geschichte nicht voran. Meistens schalte ich dann den Computer aus, gehe einkaufen oder erledige andere Arbeiten und hoffe, dass ich später weiterschreiben kann.

Darüber hinaus hängt die Arbeitszeit auch davon ab, wie lang eine Geschichte werden soll. An kurzen Geschichten sitze ich natürlich nicht so lang wie an Büchern, die 120 Seiten oder noch mehr Umfang haben. Doch auch eine Leselöwen- oder Lesepiraten-Geschichte kann ich nicht einfach so herunterschreiben. Das Wichtigste beim Schreiben sind nämlich die Ideen, und gute Ideen lassen sich nicht drängen ...

Um aber konkret auf die Frage zu antworten: Für ein Buch mit kurzen Geschichten (z.B. Leselöwe oder Lesepirat) brauche ich ungefähr vier Wochen, eine „Freche-Fußballfreunde“- Geschichte war in der Regel innerhalb von drei Monaten fertig, und für die dickeren Bücher mit 140 oder mehr Seiten Umfang brauche ich ungefähr sechs bis neun Monate.


Woher nehmen Sie die Ideen?

Ideen gibt es zum Glück wie Sand am Meer, und sie sind überall. Daher sperre ich immer meine Augen und Ohren auf, egal, wo ich gerade bin. Ich habe auch stets einen Zettel und etwas zum Schreiben dabei. Im Sommer stelle ich mich zum Beispiel manchmal vor dem Kassenhäuschen des Schwimmbads an, obwohl ich Freibäder nicht leiden kann (ich bade lieber in Baggerseen). Aber in der Schlange stehen Kinder, und die unterhalten sich und liefern - manchmal - Ideen für neue Geschichten.

Außerdem war ich selbst einmal Kind. Das ist zwar schon ein paar Jahre her und die Welt hat sich seitdem sehr verändert - trotzdem helfen mir die Erinnerungen an meine eigene Kindheit beim Schreiben sehr.


Haben Sie die Geschichte schon im Kopf fertig, wenn Sie anfangen zu schreiben?

Wenn ich eine neue Idee habe, entsteht die Geschichte zunächst nur im Kopf. Dann versuche ich alles Mögliche herauszufinden, was mit dem Thema zu tun hat. Ich lese Bücher, suche Informationen im Internet und reise sogar dorthin, wo die Geschichte spielen soll. Alles Wichtige, was ich dabei erfahre, notiere ich auf kleinen Zetteln, die dann überall auf meinem Schreibtisch kleben. Während dieser Zeit verändert sich die Geschichte ständig, sie entwickelt sich.

Wenn ich dann ungefähr festgelegt habe, was in der Geschichte passieren soll und vor allem weiß, wie sie enden wird (ganz wichtig!), fange ich mit dem Schreiben an. Dennoch ist bislang keine einzige Geschichte tatsächlich so geworden, wie ich sie vorher geplant hatte. Das liegt daran, dass sie sich auch während des Schreibens noch verändert. Und das ist auch gut so, denn dadurch wird die Geschichte lebendig. Außerdem sind die Ideen, die beim Schreiben entstehen, in den meisten Fällen besser als die vorher geplanten.


Sind Ihre Geschichten wahr oder ausgedacht?

Die Geschichten sind natürlich alle wahr - bis auf die, die ich mir ausgedacht habe.

Nein, ich will mit dieser Antwort niemanden ärgern. Sie stimmt nämlich. In jeder Geschichte beschreibe ich Dinge oder Situationen, die absolut wahr sind, und eine Seite weiter lüge ich, dass sich die berühmten Balken biegen. Allerdings versuche ich stets alles so zu beschreiben, dass es genau so passiert sein könnte. Was aber in den Geschichten wahr ist und was ich mir ausgedacht habe, bleibt natürlich mein Geheimnis.


Malen Sie die Titelbilder von Ihren Büchern selbst?

Nein, ich kann nicht malen. Ich kann noch nicht einmal unterscheiden, ob Bilder gut oder schlecht gemalt sind. Wichtig ist nur, dass mir das Titelbild und die Innenillustrationen gefallen - und bei den meisten meiner Bücher bin ich damit sehr zufrieden.


Wann schreiben Sie - tagsüber oder nachts?

Früher habe ich hauptsächlich spätabends und nachts geschrieben. Doch seit einiger Zeit arbeite ich vor allem am Tag, weil ich nämlich älter und deshalb eher müde werde. Nur manchmal, wenn eine Geschichte bald abgegeben werden muss, schreibe ich so lange, bis das Manuskript fertig ist. Und dann arbeite ich auch schon mal die Nächte durch.


Was mochten Sie früher in der Schule am liebsten?

Eindeutig ‚Sommerferien‘, dicht gefolgt von ‚Große Pause‘ und ‚Freistunde‘! Falls sich die Frage aber auf den Unterricht bezieht: Ich mochte Sport - und Deutsch! Tatsächlich habe ich auch als Kind schon gern Aufsätze geschrieben, aber ich hätte nie gedacht, dass aus mir mal ein Schriftsteller werden würde. Mein erster Traumberuf war Architekt, doch damit war sofort Schluss, als ich erfuhr, dass man in dem Beruf gut rechnen können muss. Ich habe Mathe jedoch gehasst, genau wie Physik, Chemie und Biologie ...


Wo schreiben Sie?

Meistens am Schreibtisch in dem kleinen Büro, das ich in unserer Wohnung eingerichtet habe. An schönen Tagen im Sommer setze ich mich manchmal auch auf den Balkon, und wenn die Zeit bis zur Abgabe eines Manuskriptes mal wieder knapp wird, nehme ich den Laptop sogar mit auf Lesereise und schreibe dann im Zug und im Hotelzimmer weiter.


Welches ist Ihr Lieblingsbuch?

Von meinen eigenen Büchern mag ich jedes einzelne so wie es ist, und deshalb möchte ich hier auch keines besonders hervorheben.

In meiner Freizeit lese ich z.B. gern Bücher von Thommie Bayer, Jakob Arjouni, Wilhelm Genazino und vor allem Krimis ...